Deutsch2017-11-23T16:02:25+00:00

Biographie

Antoon (Antoine) Vergote (1921-2013), in Belgien geboren, ist weltweit als Psychologe der Religion anerkannt.

Er ist einer der Wegbereiter der Psychologie der Religion in Europa und hat unter anderem das Zentrum für Religionspsychologie von Leuven (Belgien) gegründet und geleitet.

Er ist Doktor der Theologie sowie der Philosophie, hat sein ganzes Leben als Psychoanalytiker gearbeitet und die „Belgische Schule der Psychoanalyse“ mitgegründet.

Die Aktualität der Überlegungen Vergotes ergibt sich nicht nur aus der unüberschreitbaren Prägung durch die psychischen Prozesse in jedem von uns, insbesondere durch die Ödipusproblematik. Sie bezieht sich auch auf ihren Beitrag zum Dialog zwischen Glauben und zeitgenössischer Kultur, ihre Hervorhebung der strukturierenden Rolle der Vaterschaft in einem Kontext, in dem sich diese Rolle in einer Krise befindet, und ihren Beitrag zum Gedanken der spezifischen Besonderheit und des Wesens des biblischen Glaubens im interreligiösen Kontext.

Sie trägt außerdem dazu bei, die sowohl zutiefst menschlichen als auch transzendenten Dimensionen des christlichen Glaubens zu erklären, während beide Dimensionen heute vielleicht mehr als je zuvor bestritten werden.

Und dies geschieht auf eine Weise, die ein Modell des Zusammenspiels von Psychoanalyse und Theologie bietet – ohne Reduktionismus oder Dualismus, ohne Psychologismus oder Spiritualismus.

Die Berücksichtigung der Psychoanalyse hat Vergote dazu geführt, immer wieder die wesentlichen Dimensionen der Beziehung zu Gott zu unterstreichen, die die metaphysische Theologie nicht ausreichend berücksichtigte: die Annahme an Kindes Statt; die strukturierende Rolle des väterlichen Gesetzes und die Konfliktualität, die sie impliziert; die theologale Intersubjektivität; die Offenbarung als Sprechakt.

 

Bibliographie

Obwohl Vergote Belgier und seine Muttersprache Flämisch ist, sind seine zahlreichen interdisziplinären Veröffentlichungen hauptsächlich auf Französisch geschrieben. Davon sind eine ganze Reihe ins Englische, Italienische oder Spanische übersetzt worden.

Auf Deutsch ist bislang verfügbar:

  • Vergote, A., Klinische Psychologie außergewöhnlicher religiöser Erfahrung, in: Henning, Chr. / Belzen, J. van (Hg.), Verrückt nach Gott. Zum Umgang mit außergewöhnlichen religiösen Phänomenen in Psychologie, Psychotherapie und Theologie, Paderborn / München / Wien / Zürich 2007, 79-92.
  • Ders., Art. Religionspsychologie, EKL 3, Göttingen 1992, 1587-1592.
  • Ders., Neue Perspektiven in den Religionswissenschaften, in: T. Rendtorff (Hrsg.), Religion als Problem der Aufklärung, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1980, 36-51.
  • Ders., Religion – Gottesbild. Ergebnisse empirischer Forschungen, in: T. Rendtorff (Hrsg.), Religion als Problem der Aufklärung, Göttingen, Vandenhoeck&  Ruprecht, 1980, 221-245.
  • Ders., Der Beitrag der Psychoanalyse zur Exegese. Leben, Gesetz und Ich-Spaltung im 7. Kapitel des Römerbriefs, in: Léon-Dufour, X. (Hg.), Exegese im Methodenkonflikt. Zwischen Geschichte und Struktur, München 1973, 73-116.
  • Ders., Unbefangenheit im Glauben, in: Buytendijk, Frederik J. J. / Langeveld, Martinus Jan / Vergote, Antoon, Unbefangen sein als Weg zur Selbstverwirklichung, Köln, Verlag J.P. Bachem, 1973, 65-95.
  • Ders., Der heutige Mensch als Empfänger der Botschaft, in: Dreher, B. / Greinacher, N. / Klostermann, F. (Hg.), Handbuch der Verkündigung, Freiburg 1970, 11-53.
  • Ders., Religionspsychologie, Olten / Freiburg 1970.

Aus der englisch- und französischsprachigen Literatur ist u.a. zu nennen:

  • Ders., Guilt and desire. Religious Attitudes and Their Pathological Derivations, New Haven 1987. (Dette et désir. Deux axes chrétiens et la dérive pathologique, Paris 1978).
  • Ders., Religion, Belief and Unbelief. A Psychological Study, Leuven 1996. (Religion, foi, incroyance. Étude psychologique, Liège 1983).
  • Ders., Psychoanalysis, Phenomenological Anthropology and Religion, Leuven / Amsterdam /Atlanta 1998.

Französichsprachige Bibliographie >>

Buch über Vergote >>

 

L’illustration du site

Il s’agit d’un détail de la Création d’Adam, de Michel-Ange. La proximité entre le doigt d’Adam et celui de Dieu symbolise le lien entre l’être humain et Dieu. Elle évoque aussi le rapport entre les visions scientifique et théologique de l’être humain.
Jean-Baptiste Lecuit, auteur de ce site

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